SARDINIEN

KULTUR, BERGE & MEER

von Verena Ruthmann

Sardinien, umgeben vom blauen Glanz des Mittelmeers, umzäumt von weißen Traumstränden, durchzogen von Bergketten und Serpentinen, liegt die italienische Insel westlich vom Stiefel. Manch einer behauptet, es wäre die Karibik des Mittelmeeres, doch das wird Sardinien nicht gerecht. Die Insel ist sehr viel mehr! Auf ihr verbergen sich Jahrtausende alte Kultur- und Naturschätze, die ihresgleichen suchen. Sich auf ihre Spuren zu begeben, heißt Sardinien kennenzulernen. Nur wer ihre Schätze kennt, der kennt auch ihre Seele. Sardinien wird dich überraschen! Pack deine Wanderschuhe und Badesachen ein. Lass dich mitreißen und verzaubern, von dieser wunderschönen Insel.

Der erste DieFerienWelt Tipp lautet daher auch gleich: Wir empfehlen eine organisierte Wanderreise oder private Tagestouren mit unserem Partner Secrets of Sardinia (https://www.secretsofsardinia.com/), mit dem wir schon seit vielen Jahren zusammenarbeiten. Der deutsche Inhaber, Dirk Kastner, lebt seit vielen Jahren auf Sardinien. Er kennt die wunderschönsten Flecken auf der Insel und hat die besten Tipps für dich. (Unbezahlte Werbung!)

Wir hatten das Glück, 2016 eine kombinierte Bade- und Wanderreise gemeinsam mit ihm zu erleben. Es war ein unbeschreibliches Erlebnis, die zweitgrößte Insel im Mittelmeer gemeinsam mit ihm zu entdecken. Absolut empfehlenswert!

Bist du bereit für dieses Reiseerlebnis? Dann komm mit und lass uns Sardinien erkunden.

Wir starten unser Sardinienreise im Süden der Insel sogleich mit einem Inselhighlight, dem Künstlerdorf – San Sperate.

Sardinien

Landkarte von K. Netolitzky

Unsere 10 Top-Tipps für deinen Sardinien-Urlaub

Sardinien Reise | Reisebüro Hückelhoven

San Sperate

Der Bildhauer und Künstler Pinuccio Sciola, Sohn dieser Stadt, verwandelte seine Heimat bereits in den 1970er Jahren in ein Kleinod für Künstler. Bunte beeindruckende Wandmalereien (Murals), die Geschichten erzählen, prägen das Straßenbild. Doch damit nicht genug. Sciola schuf ein Ort des Klanges. Mit seinem berühmten Klangsteingarten, verzaubert Sciola die Besucher! Du kannst dich dem nicht entziehen, der Klang wird dich verzaubern und mit positiver Energie laden! Ein absolut unerwartetes Erlebnis!

Bei dieser Reise reiht sich ein Highlight an das andere. Kaum kehren wir in das hier und jetzt zurück, den Klang der Steine noch in den Ohren, erreichen wir auch schon das Brunnenheiligtum von Santa Cristina.

Brunnenheiligtum von Santa Cristina 

Inmitten der grünen und blühenden Olivenhaine, südlich von Paulilatino, stehst du plötzlich vor einem skurril anmutenden Loch in Dreiecksform, dem Brunnenheiligtum von Santa Cristina. Eine Treppe, aus akkurat aufeinandergesetzten Quadern aus Basaltgestein und umgeben von einer Steinmauer, führt hinab in das Innere von Mutter Erde. Der Brunnen, mehr als 3000 Jahre alt, wurde von den Nuraghen erbaut und ist bis heute in einem sehr guten Zustand. Der Besuch dieses Heiligtums wird für immer unvergessen bleiben. Ich selbst bin beim Gedanken an diesen Besuch immer noch tief beeindruckt von der Meisterleistung derer die hier gebaut haben! Verschiedene Aspekte der Nuraghenkultur spiegeln sich wider, auch die Astronomie wurde hier beachtet und floss mit ein. Wir reden hier von einem Bauwerk aus der Bronzezeit und die berechneten Fakten von damals haben noch heute Bestand! So fällt nur alle 18 Jahre und sechs Monate das Licht des Mondes durch das Loch in der Mitte der Kuppel. Über die Treppe fällt nur zweimal im Jahr, zur Tagundnachtgleiche (den Tagen an denen Tag und Nacht gleich lang sind) im Frühjahr und Herbst, das Licht der Sonne auf das Wasser. Passend zum Brunnenheiligtum findet sich auch hier ein sehr gut erhaltenes Nuraghendorf inklusive Turm.

Als wäre das nicht genug, sind auch wieder wunderschöne Zeugnisse neuerer Geschichte zu entdecken, wie z.B. eine kleine Feldkirche aus dem 11 Jahrhundert.

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Das römische Thermalbad Terme di Fordongianus

Auf zur nächsten Etappe unserer Reise. Direkt an das Ufer des Flusses Tirso. Hier solltest du aus den Wanderschuhen in deine Badesachen schlüpfen und ein ausführliches Bad in der heißen Thermalquelle genießen. Das Wechselbad in den verschiedenen Steinbecken ist absolut empfehlenswert. Muskelentspannung in den wärmeren und Abkühlung im kalten Becken. Einfach fantastisch!

Das Tal von Oddoène & die Schlucht von Su Gorropu

Ein Traum für alle Wanderfreunde ist die Wanderung entlang des Flusses zur Schlucht von Su Gorropu. Der Weg ist gesäumt von blühendem Kerzenlavendel, Alpenfeilchen, wildem Knoblauch und Ginster. Die Luft ist voller aromatischer Düfte und die bunte Vielfalt der Blüten ein Fest für die Augen, begleitet von der Stille der Natur und dem leisen Knirschen und Knacken der eigenen Schritte. Insgesamt ist die Strecke durch, um den Canyon herum und zurück, knapp 16 km lang. Sie ist umgeben von bis zu 280 Meter hohen Felswänden. Einige Streckenabschnitte sind anstrengend, aber die einzigartige Natur entschädigt für alles.

Wanderung zum Nuraghendorf Tiscali

Diese Wanderung ist anspruchsvoll, 250 Meter gen Himmel schlängelt sich der serpentinenartige Pfad, aber das Panorama entschädigt! Einmal oben, führt ein fast ebener Weg einige Kilometer durch einen jungen Steineichenwald. Im Schatten der Bäume, begleitet vom Zwitschern der Vögel läuft es sich fast von allein. Dann heißt es wieder Kräfte mobilisieren und aufsteigen. Wie so oft wird dies belohnt. Diesmal schon auf halber Höhe mit einem überwältigenden Blick auf gleich zwei Täler. Je höher du kommst, desto älter werden die Bäume. Neben uralten Steineichen gibt es hier unzählige Wacholderbäume. Ihr Wurzeln sind so gigantisch, dass es scheint, sie hätten sich durch das Gestein gearbeitet und halten die Steine fest umklammert.

Das Ziel der Wanderung ist das Nuraghendorf Tiscali. Das Ambiente wirkt surreal. Du trittst heraus aus dem Wald und ein riesiger Felsblock erwartet dich. Wie ein großes Dach, mit einem leichten Abhang und einer Oberfläche von schätzungsweise 600 Quadratmeter, auf dem die Reste von Steinhütten stehen. Auch dieses Nuraghendorf ist mindestens 1300 Jahre alt und soll bis weit in das Mittelalter bewohnt gewesen sein. Unglaublich!! Beschwingt von diesem kulturellen Höhepunkt, ist der Rückweg bergab ein Klacks.

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Cala Gonone, Cala Luna & Cala Fuili

Zeit für Meer! Die Traumstrände lassen sich vom Gebirge aus nur erahnen. Wie wäre ein Badestopp an der Cala Gonone, bevor es weiter auf Entdeckungstour geht?

Neben den vielen Kulturschätzen, hat Sardinien auch unwahrscheinlich viele Naturschätze zu bieten. So die Grotta di Ispinigoli. Dies ist eine der vielen Tropfsteinhöhlen an der Ostküste. Aber eben nicht irgendeine. In dem 50 m tiefen Saal, welcher für Touristen zugänglich ist, befindet sich mit 38 m Höhe und 2 m Durchmesser der größte Tropfstein Europas, beziehungsweise der zweitgrößte der Welt, welcher sich vom Boden bis zur Decke erstreckt. Überwältigend dieser Anblick und absolut lohnenswert!

Psst, die Höhle ist nix für Spinnenphobiker. Fledermäuse und weiße Spinnen nennen sie ihr zu Hause.

Nach den kühlen Temperaturen im Erdinneren lohnt eine Fahrt entlang der wunderschönen Küste zur Cala Luna. Am kleinen, weißen Sandstrand der Cala Luna erwartet dich glasklares hellblau schimmerndes Wasser. Die Höhlen am Strand sind perfekte Schattenspender. Sie bieten wunderschöne Ausblicke auf das Meer und die vielen kugelförmigen Steine im Wasser. Die Steine sind aus Marmor, Granit und Basalt. Sie glitzern und funkeln unglaublich im Sonnenlicht. Mutter Natur hat auch hier über Jahrmillionen für den perfekten Schliff gesorgt. Cala Luna ist ein absoluter DieFerienWelt Tipp!

Von der Cala Luna ist es nur eine kurze Wanderung entlang der Wasserlinie Richtung Norden zur Cala Fuili. Die kleine Bucht hat einen Steinstrand, ist aber nicht minder schön. Auch hier sollte eine Badestopp eingeplant werden.

Wer die Karibik liebt, wird von Sardinien nicht mehr wegwollen!

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Eine Christusstatue & die Nuraghe Losa

Christusstatuen gibt es so einige in Italien und auf Sardinien. Aber nur eine trägt einen Namen, der ihr zu 100 Prozent gerecht wird! Die Statua del Cristo di Monte Tuttavista. Monte steht für Berg und Tuttavista sinngemäß für – alles sehen – und genau so ist es auch.

Mitten an einer Serpetinenstraße Richtung Galtelli beginnt die rund einstündige Wanderung zum Gipfel, mit der sieben Meter großen Christusstatue an einem elf Meter hohen Kreuz.

Die Statua del Cristo di Monte Tuttavista selbst ist gar keine so beeindruckende Erscheinung, ihr Drumherum dafür um so mehr. Von hier oben kannst du einen traumhaften Rundumblick in vollen Zügen genießen. Im Osten ist der Golf von Orosei zu sehen und im Südosten siehst du das Meer, wie es die wunderschöne Küste am Capo Santo umspielt. Richtung Süden erhebt sich das Gennagentu Gebirge, im Westen sind die Hügel und die Bergwelt der Baronia zu erkennen. Schaust du gen Norden so erhaschen deine Augen einen letzten Blick auf das schneeweiße Kalksteinmassiv von Siniscola. Einfach gigantisch! Mein Die FerienWelt Tipp an dieser Stelle lautet daher: Unbedingt zur Statua del Cristo di Monte Tuttavista aufsteigen und den Blick in die Ferne richten! Ich verspreche dir, so etwas hast du noch nicht erlebt!

Nach diesen unvergesslichen Eindrücken geht die Fahrt weiter, vorbei an Korkeichen und Schafherden, bis zu einer kleinen Feldkirche. Obwohl du hier mitten im Feld bist, empfehle ich dir, deine Badesachen einzupacken. Nach einem kurzen Spaziergang vorbei an Kühen, Schafen und Ziegen, taucht aus dem Nichts plötzlich ein Wasserbecken aus Basalt auf. Das Bad im warmen Wasser, welches reich an Magnesium und Schwefel ist, tut deinen Muskeln und Füßen, besonders nach einem Wandertag, wahnsinnig gut. Nun sind die Kräfte wieder mobilisiert und die Nuraghe Nummer drei kann entdeckt werden!

Denn alle guten Dinge sind drei! So solltest du auch noch eine weitere Nuraghe auf deiner fantastischen Sardinienreise besuchen. Die Nuraghe Losa liegt bei Abbasanta. Die Dimensionen und der Baustil sind einfach unglaublich, kaum zu glauben, dass diese Bauwerke schon einige Tausend Jahre alt sind.

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Cagliari

Nach Nuaghen, Gipfeln, Höhlen, Schluchten und kleinen Buchten, ist Cagliari ein echter Kontrast. Die bunte Stadt am Meer, so nennt man die Inselhauptstadt Cagliari im Süden auch. Und genau so ist sie – bunt und vielfältig – ein Mix aus italienischem Charme und verschiedenen kulturellen Einflüssen. Die Altstadt, das Castello-Viertel ist umgeben von einer mittelalterlichen Mauer. Das Hafenviertel lädt zum Schlendern und Fischessen ein. Vom Kastell selbst hat man einen atemberaubenden Blick auf die Altstadt. Hausstrand Poetto kann man entweder baden oder den Abend stilvoll ausklingen lassen. Kurzum, Cagliari sollte unbedingt auf deiner Sardinien-Bucketlist stehen!

Leider endet nun hier unsere wundervolle Reise, obwohl es noch so viel mehr zu entdecken gibt. Aber ein Urlaub ist viel zu kurz für diese bezaubernde Insel. Ich hoffe, ich habe deine Lust auf einen Urlaub auf Sardinien geweckt und du willst das alles einmal live erleben. Gerne helfen wir von DieFerienWelt dir dabei, deinen Sardinien-Traumurlaub wahr werden zu lassen!

Bevor es zum Faktencheck geht, wollte ich dir noch etwas zur Kulinarik auf Sardinien verraten. Das Essen ist fantastisch! Bei einer Aktivreise brauchst du dir nicht einmal Gedanken machen, ob der Knopf noch zu geht trotz all den Leckereien, denn glaub mir, die Kalorien hast du auf den Wanderungen allemal verbrannt. Was solltest du also unbedingt probieren? Alles! Egal ob Käse, Schinken, Fisch, Focaccia, Spanferkel (falls du Fleischesser bist), Antipasti, Pasta – es schmeckt einfach und nach einem Espresso passt ganz bestimmt auch noch eine Panna Cotta, ein Tiramisu, Seaddas (frittierte süße Teigtaschen), Zitronen Sorbet oder was auch immer für eine Leckerei hinein. Lass deinen Gaumen verwöhnen und genieße Sardinien mit allen Sinnen.

Du möchtest jetzt am liebsten los? Oder Du hast noch Fragen? Dann melde dich bei mir oder einer meiner Kolleginnen von DieFerienWelt, wir sind für dich da!

Fakten im Überblick:

Wetter

mediterranes Klima, warme bis heiße Sommer und milde Winter

 

beste Reisezeit

je nach Gusto, lässt sich Sardinien das ganze Jahr über gut bereisen

 

Größe

  1. 270 km lang und ca. 145 km breit

 

Lage

im Mittelmeer, südlich von Korsika (Frankreich) und westlich vom italienischen Festland

 

Anreise

Am schnellsten geht es mit dem Flieger, sowohl direkt als auch mit Zwischenstopp.

Es geht aber auch mit Auto und Fähre z.B. von Genua

 

Sprache 

Sardisch und Italienisch